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Der
Anfang
Im
schönen Oldenburger Münsterland liegt die Gemeinde Visbek (www.visbek.de).
Es ist ein geschichtsträchtiger Raum, der vor allem durch die gut
erhaltenen Steingräber weit über die Region hinaus bekannt ist.
Hier wird noch sehr viel musiziert und als nördlichste Gemeinde
des Landkreises Vechta wird hier auch der Reitsport groß
geschrieben. Traditionell finden alljährlich im Herbst die Jagden
zu Pferde statt.
So war es auch im Herbst 1982. Doch es begann mit einer Pleite.
Bei der Herbstjagd in Visbek waren die Jagdhornbläser, aus
welchen Gründen auch immer, nicht erschienen, um die Jagdsignale
zu blasen. Das hat die beteiligten Reiter geärgert und beim
gemütlichen Treff nach der Jagd wurde das Missgeschick ausgiebig
diskutiert und die Gedanken mit reichlich Gerstensaft vermischt.
So kam man dann auf die außergewöhnliche Idee.
Dieter Meyer schlug vor, eine Bläsergruppe zu Pferd als
Unterabteilung des Reitervereins zu gründen. Dann sei der
Reiterverein nicht mehr auf andere Musikvereine angewiesen. Dieser
Vorschlag gefiel August Ripke, aber er glaubte nicht daran, dass
dies jemals in die Tat umgesetzt werden könne.
So kam es dann zu einer Wette, die unter folgenden
Bedingungen galt: Der Reiterverein Visbek (www.reiterverein-visbek.de) müsse bis zur
Hubertusjagd im Jahre 1983 eine berittene Jagdhornbläsergruppe
mit mindestens 8 Musikern vorzeigen können. Nach dem ersten
Auftritt eines solchen berittenen Musikzuges würde August Ripke
ein 50-Liter-Fass Bier spendieren.
Dieter Meyer begab sich gleich an die Verwirklichung seines Plans.
Er suchte mutige und geeignete Reiter, die für einen solchen
Spaß zu haben waren. Weit mehr als die geforderte Anzahl an
aktiven Reitermusikanten stellten sich für dieses Vorhaben zur
Verfügung. Es waren 15 an der Zahl: Dieter Meyer, Heinz
Hempelmann, Christoph Siegmund, Hubert Prüllage, Benno Grave,
Bernd Funke, Hubert Gerdes, Arnold Döller, Hans Schickling,
Manfred Marischen, Klaus Meyer, Josef Freese, Josef Ripke, Heinz
Feldhaus und Georg Reinke.
Als musikalischen Lehrer dieser Bläsergruppe wurde Franz Funke
von den Jagdhornbläsern verpflichtet. Die ersten Übungsstunden
fanden in der Jägerklause in Endel bei Klatte statt. Es wurde
intensiv für den ersten Auftritt geübt.
Der
erste Auftritt
Drei
Monate nach der Wette trat die Bläsergruppe, allerdings noch zu
Fuß, das erste Mal auf. Bei der Weihnachtsfeier des Reitervereins
im Jahre 1982 wurde deutlich, dass aus der Wette ein
erfolgversprechendes Unternehmen geworden war.
Dieser erste Auftritt, für den Anerkennung ausgesprochen wurde,
ermutigte zum Weitermachen. Heinz Hempelmann und Dieter Meyer
erkannten, dass die Möglichkeiten für Auftritte mit Jagdhörnern
zu Pferde begrenzt seien. Deshalb entschieden sie sich schon auf
dieser Weihnachtsfeier, auf das Fanfarenspiel umzusteigen.
Während einer Übungsstunde im Januar 1983 wurden Dieter Meyer
und Heinz Hempelmann zu Sprechern dieser neuen Gruppierung
innerhalb des Reitervereins Visbek gewählt. Sie sollten die
Interessen des Reiterfanfarenzuges gegenüber dem Vorstand des
Reitervereins vertreten und außerdem Ansprechpartner für
Angebote öffentlicher Auftritte sein.
Am 8.3.1983 wurden die ersten 6 Fanfaren gekauft und am 5.4.1983
kamen dann die Pauken und Fanfarentücher dazu. Heinz Macke war
der erste Pauker des Reiterfanfarenzuges.
Aus zeitlichen Gründen gab Franz Funke die musikalische Führung
an Hans Müller ab. Unter seiner Leitung wurde in der Aufbauphase
Schwerstarbeit geleistet und in fast täglicher Übungszeit mit
den Reitern das Fanfarenspiel geübt. Er sorgte bei Übungen und
Auftritten für eiserne Disziplin. Durch seinen Einsatz erreichte
der Reiterfanfarenzug seine jetzige Stärke.
Heute
Heute
betreiben ca. 30 Reiter dieses Hobby. Die Pferde sind im Besitz
der Reiter und werden gezielt durch langsame Gewöhnung auf die
größeren Auftritte vorbereitet. Neben dem reiterlichen Können
ist auch die musikalische Ausbildung (Fanfare, Trompete und
Pauken) ein Ziel des Fanfarencorps.
Um den Pferden einen optimalen Komfort für längere Fahrten
bieten zu können, wurden zwei spezielle Transporter für je 13
Pferde in Eigenleistung und mit Hilfe großzügiger Gönner des
Vereins gebaut. So können auch weiter entlegene
Veranstaltungen besucht werden.
Zeigte sich das Fanfarencorps in den ersten Jahren noch
ausschließlich in der rot-weißen Jagduniform, so ist heute auch
der Auftritt in der historischen Uniform der Oldenburger Blauen
Dragoner möglich.
Neben Auftritten auf im Umkreis liegenden Schützenfesten und
Jubiläumsfestumzügen, werden auch Großveranstaltungen im In-
und Ausland besucht.
Seit fast zwanzig Jahren gehört das Reiterfanfarencorps zum
festen Bestandteil des Rosenmontagsumzuges in Köln. In der
Uniform der Prinzengarde begleiten sie den Kölner
Karnevalsprinzen durch den Umzug.
Gern erinnert man sich auch auf den Auftritt auf der Rennbahn in
Hannover, der im Fernsehfilm „Der große Bellheim“
dokumentiert ist. 2004 wirkte man im N3 bei „Talk up Platt“
mit.
Weitere Veranstaltungen waren in Berlin das „Deutschlandfest“,
Bremen „German Classics“, Nörten Hardenberg
„Burgturnier“, Aachen CHIO, Warendorf „Bogenritt“, Lingen
„Kivelingsfest“, Wuppertal und Brühl „Karneval“ und die
Galaabende in Vechta, Lingen und Leer u.v.m..
Ins Ausland war man in die Niederlande, Belgien, Frankreich,
Polen, Spanien (Abschlussveranstaltung Weltreiterspiele in Jerez),
Bolivien, Brasilien (Oktoberfest in Blumenau) und 2004 nach
Hongkong (International Chinese New Year Night Parade) gereist. In
Spanien, Bolivien und Brasilien wurde auf fremden Pferden
geritten, die Teilnahme an der Chinese New Year Parade in Hongkong
erfolgte ohne Pferde.
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